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Jedermann
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Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes ist ein TheaterstĂźck von Hugo von Hofmannsthal. Es wurde am 1. Dezember 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt uraufgefĂźhrt. Die Titelrolle verkĂśrperte Alexander Moissi. Das BĂźhnenbild der UrauffĂźhrung entwarf Ernst Stern. Seit 1920 wird das StĂźck jedes Jahr bei den von Reinhardt und Hofmannsthal begrĂźndeten Salzburger Festspielen aufgefĂźhrt.
Nach dem Vorbild spätmittelalterlicher Mysterienspiele, Hans Sachsâ Von dem sterbenden reichen Menschen, Hekastus genannt (1549), dem Schulddrama Hecastus (1539) von Georgius Macropedius und anderen dramatischen Bearbeitungen aus der frĂźhen Neuzeit (Elckerlijc/Everyman, Homulus) treten im Jedermann neben den Figuren von Gott und Teufel auch der Tod, der Mammon, der Glaube und andere abstrakte Begriffe als Personifikationen auf. Der wohlhabende Jedermann sieht sich unerwartet mit dem Tod konfrontiert, der ihn vor seinen SchĂśpfer fĂźhren will. Weder sein treuer Knecht noch seine Freunde noch sein Geld wollen ihn ins Grab begleiten. Erst der Auftritt seiner Werke und des Glaubens bringen ihn dazu, sich zum Christentum zu bekennen und als reuiger Bekehrter ins Grab zu steigen.
Contents
⢠Inhalt
⢠Entstehung
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Inhalt
Als Gott sieht, dass man ihn auf der Erde nicht mehr schätzt, beschlieĂt er, die Menschen durch den Tod wieder an seine Macht zu erinnern. Er trägt dem Tod auf, zu Jedermanns Haus zu gehen und ihn vor das gĂśttliche Gericht zu rufen.
Eines Tages befiehlt Jedermann nun dem Hausvogt, dass er ihm einen Geldsack bringe, damit er das GrundstĂźck, das er kaufen will, bezahlen kann. Er will dort einen Lustgarten anlegen, den er seiner Buhlschaft (seiner Geliebten) schenken will. Auf dem Weg dorthin begegnet Jedermann einem armen Nachbarn, der ihn um Geld bittet. Doch Jedermann gibt ihm nur einen Schilling. Als der Nachbar an seinen christlichen Glauben appelliert und mehr Geld will, weil er selbst einmal reich war, schickt Jedermann ihn fort. Kurz darauf trifft er auf einen Schuldner von ihm, der ihn bittet, seinen Schuldbrief zu zerreiĂen. Doch Jedermann verweigert dies und lässt ihn einsperren. Jedermann kennt kein Erbarmen, doch weil die Frau des Schuldners so sehr weint, erklärt er sich bereit, ihr und ihren Kindern Unterhalt und VerkĂśstigung zu zahlen. Nach der Begegnung vergeht Jedermann die Lust, das GrundstĂźck fĂźr den Lustgarten zu besichtigen, und er beschlieĂt zu seiner Buhlschaft zu gehen. Doch kaum verlässt Jedermann das Haus, trifft er seine Mutter. Diese hält ihm, wie schon oft, sein Verhalten zu Gott vor.
Kaum hat ihn seine Mutter verlassen, kommt ihm seine Buhlschaft entgegen, um ihn zu dem fßr ihn vorbereiteten Fest abzuholen. Auf dem Feste jedoch fßhlt sich Jedermann schwach und krank und hat seltsame Erscheinungen. Keiner kann das Glockenläuten hÜren, das Jedermann hÜrt. Als er plÜtzlich sagt, er hÜre jemanden seinen Namen rufen, denken sie, dass er Fieber habe. Doch Jedermann hat es mit der grausamen Wirklichkeit zu tun. Als er sich umblickt, steht ein ihm unbekannter Mann hinter ihm, der sich als Tod zu erkennen gibt und ihn auffordert, sich fßr den letzten Weg bereit zu machen. Erst jetzt wird Jedermann sein schlechter Charakter bewusst, und er fleht den Tod an, ihm nur eine kurze Frist zu gewähren, damit er sich einen Freund suchen kann, der mit ihm vor das Gericht Gottes tritt. Nach langem Bitten gewährt der Tod ihm eine Frist von einer Stunde.
Zuerst fragt er seinen guten Freund, den Gesellen, ob er ihm nicht einen Gefallen tun will, denn er muss eine weite Reise antreten. Der Gesell ist bereit, ihm jeden Gefallen zu tun, doch als er hÜrt, dass er ihn vor das gÜttliche Gericht begleiten soll, weigert er sich. Kaum anders handeln die beiden Vettern Jedermanns und deren Bedienstete (Knechte). Da er sich nun von allen verlassen fßhlt, will er wenigstens sein Geld in die Ewigkeit mitnehmen. Aber aus seiner Geldtruhe kommt Mammon und erklärt sich nicht bereit, mit ihm zu gehen.
Nun ist Jedermann vĂśllig einsam und der Verzweiflung nahe. Da hĂśrt er aus dem Hintergrund eine leise Stimme, die seinen Namen ruft. Als er sich umdreht, sieht er eine gebrechliche Frau, die ihm sagt, dass sie seine âguten Tatenâ sei und ihn gern ins Jenseits begleiten will. Sie ist aber zu schwach, da er sie immer so vernachlässigt hat. Sie ist aber bereit, ihre Schwester, den Glauben, darum zu bitten.
Des Teufels letzte Worte, nachdem er den Jedermann nicht bekommen hat:
Die Welt ist dumm, gemein und schlecht Und geht Gewalt allzeit vor Recht, Ist einer redlich, treu und klug, Ihn meistern Arglist und Betrug. (Geht ab.)
Wenig später kehrt Jedermann vÜllig gereinigt zurßck und kann nun mit ruhigem Gewissen in Begleitung des Glaubens und der guten Werke vor Gottes Richterstuhl treten.
Entstehung
Ein englisches Mysterienspiel diente Hofmannsthal als Vorlage: Everyman. A Morality Play, gedruckt in London im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts. Er ßbernahm auch Elemente aus der Comedi vom sterbend reichen Menschen von Hans Sachs sowie Lieder des mittelalterlichen Minnesangs von Burkart von Hohenfels. In der Szene der Mutter ist das Gedicht Kein Ding hilft fßr den zeitling Tod von Albrecht Dßrer eingewoben. Weitere Vorbilder waren nach Hofmannsthals eigenen Angaben Grimms Märchen, Johannes Strickers De dßdesche SchlÜmer in der Zusammenfassung von Karl Goedeke (in Every-Man. Homulus und Hekastus, Hannover 1865), Pedro Calderón de la Barcas Das Nachtmahl des Balthasar und Robert Burtons Die Anatomie der Schwermut.cite-ref-1[1]
Charakteristikum des Mysterienspiels des späten Mittelalters ist es, dass nicht Individuen auftreten, sondern Personifikationen: etwa der Sensenmann, der Mammon (Geld), der Glaube. Die Handlung des Mysterienspiels ist demnach eine Allegorie des christlichen WeltgefĂźges, vor dem sich der Mensch â âjedermannâ â verantworten muss. Der Jedermann-Stoff gelangte in Salzburg auf der BĂźhne der Benediktineruniversität bereits 1632 zur AuffĂźhrung. Das TheaterstĂźck mit dem Titel Anastasius fortunae pila, terrae piaculum, orci monstrum â âAnastasius, Spielball des GlĂźcks, Opfer der Welt, Schaubild der HĂślleâ wurde vom Benediktinerpater Thomas Weiss (â 1651) verfasst; in der Titelrolle glänzte der Universitätspedell Wolfgang Braumiller (1600â1683), ein barocker Schauspielstar.
Hofmannsthals Drama ist vollständig in Versen gehalten; das VersmaĂ ist durch die nicht immer gleiche Zahl von unbetonten Silben dem Knittelvers ähnlich, der fĂźr die mittelhochdeutsche und frĂźhneuhochdeutsche Dichtung typisch ist. Die Sprache hat insgesamt eine mittelhochdeutsche Färbung. Man kann annehmen, dass Hofmannsthal hier, wie im fast zeitgleich entstandenen Rosenkavalier eine Art âimaginäre Spracheâ schaffen wollte, die eine bestimmte Stimmung der Vergangenheit heraufbeschwĂśrt, ohne diese historisch rekonstruieren zu wollen. Selbst die BĂźhne der ersten Inszenierung, ein einfaches dreistĂśckiges GerĂźst, war angelehnt an die altenglische BĂźhne.
Vielmehr ging es Hofmannsthal darum, ein âZeitstĂźckâ zu schaffen, in dem die Gegenwart in der Vergangenheit sichtbar wird. Die Wiederbelebung des Mysterienspiels war ein auĂergewĂśhnlicher Versuch, das Theater zu erneuern. Er entschied sich fĂźr die Allegorie als Stilmittel, weil es âin der Idee des Dramasâ sei, âdas zerflieĂende Weltwesen in solcher Art zu festen Gegensätzen zu verdichtenâ (1911). Damit wird die Allegorie zum zeitgemäĂen Mittel, die wirre Welt der Gegenwart Ăźberhaupt erst wieder begreifbar zu machen.
FrĂźhere Fassungen
Das Projekt Jedermann zog sich Ăźber acht Jahre hin. Mit den ersten EntwĂźrfen begann Hofmannsthal im April 1903. Eine frĂźhe Fassung des Stoffs von 1905 ist erhalten; sie unterscheidet sich jedoch sehr stark von dem späteren StĂźck. Beendet wurde es erst im September 1911. Hofmannsthal schreibt, er habe den Stoff Ăźber Jahre hinweg mit sich herumgetragen; schlieĂlich habe der Wunsch gesiegt, dem alten Stoff Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, ihn âgewähren lassen ohne Einmischung, wiederherstellen ohne WillkĂźrâ (1911).
Die von 1905 erhaltene Fassung ist nicht in Reimen gehalten, sondern in Prosadialogen; auch die Sprache ist noch nicht altertĂźmelnd; die Dialoge noch im hohen Ton von Hofmannsthals FrĂźhwerk gehalten. Der Schauplatz des Spiels ist genau angegeben: âEin Garten bei Wienâ. Jedermann ist gezeichnet als âein reicher Hausbesitzerâ, der Mammon als sein Bediensteter. Das Fragment besteht aus vier Dialogen, die Jedermann mit dem Mammon, dem Tod; der Verwandtschaft und dem Freund fĂźhrt.
Das Fragment scheint sehr dicht Hofmannsthals eigene biographische Situation zu reflektieren. Im Sommer 1901 hatte er geheiratet und mit seiner Frau ein Haus bezogen. Finanziell war er durch das VermÜgen seines Vaters unabhängig. Der erste Dialog zwischen Jedermann und dem Mammon lässt das Herrschaftsverhältnis zwischen beiden hervortreten. Jedermann hadert mit dem Mammon, seinem Knecht, dessen Dienstfertigkeit ihm unerträglich ist.
Zentral ist auch Jedermanns innerer Konflikt zwischen unstillbarem Lebensdurst und unausweichlicher Vergänglichkeit: âEs ist eine wĂźtende Qual: Ich bin da, ich einzelnes Leben, und da ist die Welt, funkelt herauf durch die Stämme, Tal an Tal. Nicht auszuschĂśpfen! Und ich, ich schwinde hin, ich bin schon halb dahin!â Als der Tod ihn holen will, bittet Jedermann um weitere Lebenszeit, jedoch nicht wie in der späteren Fassung, um Begleitung fĂźr den Gang vor seinen SchĂśpfer zu finden, sondern um sich, wie der Tod ihm aufträgt, zu âtrĂśstenâ, um âJedermann und mein Gesicht ertragen lernenâ.
Deutlich ist der Bezug zum Tod von Hofmannsthals Mutter im Jahr 1904. Ihr gilt der Selbstzweifel des autobiographischen Jedermann/Hofmannsthal: er erinnert sich daran, am Sterbebett der Mutter in ihren Augen eine âangstvolle, antwortlose Frageâ gelesen zu haben, die ihm gegolten habe â doch er sei aus dem Zimmer gegangen. â(I)ch muĂ doch im Stande gewesen sein zu verstehen, was ihre Augen vor dem Sterben sagen wollten. â Wenn ich es nicht verstanden habe â fĂźr was leben wir denn dann â fĂźr was haben wir dann Augen im Kopf und einen Mund und eine Zunge und ein Gehirn und Gedanken und GefĂźhle?â
Der Dialog mit dem Freund spielt mit Sicherheit auf die Freundschaft mit Stefan George an, die zu diesem Zeitpunkt bereits fast zerstĂśrt war. Er beginnt als nostalgische gemeinsame Erinnerung an âdie Pracht unserer Jugendâ. Nun sei es an der Zeit, die âĂźppigen Träumeâ der Jugend wahrzumachen; der Dialog endet mit dem Bruch der Freundschaft. Ein Jahr später, im März 1906, sollten Hofmannsthal und George tatsächlich ihre 15 Jahre andauernde Freundschaft beenden.
âJedermannâ bei den Salzburger Festspielen
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Hauptartikel
:
Jedermann bei den Salzburger Festspielen
Premiere hatte der Jedermann bei den Salzburger Festspielen am 22. August 1920 in der Inszenierung von Max Reinhardt. Reinhardts Idee war es, das StĂźck auf dem Platz vor dem Salzburger Dom aufzufĂźhren, wo es nach Hofmannsthal seinen âselbstverständlichen Platzâ gefunden zu haben schien. Mittelalter und Barockzeit, Kirche und Friedhof, MĂśnche und Musikanten schienen hier in der Gegenwart präsent:
âWie ein Selbstverständliches wirkten die marmornen fĂźnf Meter hohen Heiligen, zwischen denen die Schauspieler hervortraten und wieder verschwanden, wie ein Selbstverständliches die Rufe âJedermannâ von den TĂźrmen der nahen Kirche, von der Festung (Hohensalzburg) herab, vom Petersfriedhof herĂźber, wie ein Selbstverständliches das DrĂśhnen der groĂen Glocken zum Ende des Spiels, das Hineinschreiten der sechs Engel ins dämmernde Portal, die FranziskanermĂśnche, die von ihrem Turm herunter zusahen, die Kleriker in den hundert Fenstern des Petersstiftes, wie ein Selbstverständliches das Sinnbildliche, das Tragische, das Lustige, die Musik.â
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Max Reinhardt, 1920
Bei schlechtem Wetter weicht die AuffĂźhrung aus in das GroĂe Festspielhaus, wo zwar deutlich bessere akustische Bedingungen herrschen, aber das StĂźck nach Ansicht vieler Beobachter viel von seiner Wirkung verliert.
Bis 2001 hielten sich die Inszenierungen der verschiedenen Regisseure â siehe unten â an das ursprĂźngliche Konzept Reinhardts, nur Leopold Lindtberg wich deutlich davon ab. Von 2002 bis 2012 wurde der Jedermann in einer modernisierten Inszenierung von Christian StĂźckl gezeigt, erst mit Peter Simonischek in der Titelrolle, dann mit Nicholas Ofczarek. Es war auch StĂźckl, der ab 2003 auch abendliche Vorstellungen mit kĂźnstlichem Licht ansetzte. Am 5. August 2003 fand die 500. Vorstellung des Jedermann im Rahmen der Salzburger Festspiele statt. Seit 2013 gibt es vor jeder VorfĂźhrung einen Umzug vom Festspielhaus zum Domplatz.
Die Titelrolle des Jedermann gilt in der Theaterwelt als eine Ehre, die nur den berßhmtesten Theaterschauspielern zuteilwird. Auch die ßbrigen Rollen des Stßcks, zumal jene der Buhlschaft, werden traditionell hochkarätig besetzt. Den Jedermann spielten bei den Salzburger Festspielen:cite-ref-2[2]
⢠Alexander Moissi (1920, 1921, 1926â1931)
⢠Paul Hartmann (1932â1934)
⢠Attila HĂśrbiger (1935â1937, 1947â1951)
⢠Ewald Balser (1946)
⢠Will Quadflieg (1952â1959)
⢠Walther Reyer (1960â1968)
⢠Ernst SchrĂśder (1969â1972)
⢠Curd JĂźrgens (1973â1977)
⢠Maximilian Schell (1978â1982)
⢠Klaus Maria Brandauer (1983â1989)
⢠Helmuth Lohner (1990â1994)
⢠Gert Voss (1995â1998)
⢠Ulrich Tukur (1999â2001)
⢠Peter Simonischek (2002â2009)
⢠Nicholas Ofczarek (2010â2012)
⢠Cornelius Obonya (2013â2016)cite-ref-jedermann2016-3-0[3]
⢠Tobias Moretti (2017â2020)
⢠Philipp Hochmair (2018 [eingesprungen fßr den erkrankten Moretti])cite-ref-4[4]
⢠Michael Maertens (2023)
⢠Philipp Hochmair (2024, 2025)
Als Buhlschaft waren in Salzburg zu sehen:
⢠Johanna Terwin (1920, 1921)
⢠Dagny Servaes (1926â1937)
⢠Grete Zimmer (1946)
⢠Elfe Gerhart (1947)
⢠Maria Becker (1948, 1949)
⢠Judith Holzmeister (1950, 1951)
⢠Lola Mßthel (1952)
⢠Heidemarie Hatheyer (1953â1955)
⢠Martha Wallner (1956â1959)
⢠Sigrid Marquardt (1960)
⢠Ellen Schwiers (1961, 1962)
⢠Maria Emo (1963)
⢠Anna Smolik (1964)
⢠Eva Kerbler (1965, 1966)
⢠Nadja Tiller (1967, 1968)
⢠Christiane HĂśrbiger (1969â1972, 1974 [eingesprungen fĂźr die erkrankte Senta Berger])
⢠Nicole Heesters (1973)
⢠Senta Berger (1974 [nur die letzte Vorstellung am 25. August], 1975â1978, 1980â1982)
⢠Christine Buchegger (1979)
⢠Marthe Keller (1983â1986)
⢠Elisabeth Trissenaar (1987â1989)
⢠Sunnyi Melles (1990â1993)
⢠Maddalena Crippa (1994â1997)
⢠Sophie Rois (1998)
⢠DĂśrte Lyssewski (1999â2001)
⢠Veronica Ferres (2002â2004)
⢠Nina Hoss (2005, 2006)
⢠Marie Bäumer (2007)
⢠Sophie von Kessel (2008, 2009)
⢠Birgit Minichmayr (2010â2012)
⢠Brigitte Hobmeier (2013â2015)
⢠Miriam Fussenegger (2016)cite-ref-jedermann2016-3-1[3]
⢠Stefanie Reinsperger (2017, 2018)
⢠Valery Tscheplanowa (2019)cite-ref-7[7]
⢠Caroline Peters (2020)cite-ref-8[8]
⢠Valerie Pachner (2023)
⢠Deleila Piasko (2024, 2025)
Die Regisseure des Salzburger Jedermann:
⢠Max Reinhardt (1920, 1921, 1926â1937)
⢠Heinz Hilpert (1946)
⢠Helene Thimig (1947â1951, 1963â1968)
⢠Ernst Lothar (1952â1959)
⢠William Dieterle (1960)
⢠Gottfried Reinhardt (1961, 1962)
⢠Leopold Lindtberg (1969â1972)
⢠Ernst Haeusserman (1969â1983)
⢠Gernot Friedel (1984â2001)
⢠Christian StĂźckl (2002â2004, 2007â2012)
⢠Martin Kuťej (2005) und Henning Bock (2005, 2006), Leitung der Wiederaufnahme der Inszenierung von Stßckl
⢠Michael Sturminger (2017â2020, 2021â2023)cite-ref-11[11]
⢠Robert Carsen (2024, 2025)cite-ref-12[12]
Weitere âJedermannâ-AuffĂźhrungen
Seit 1922 wird der Jedermann in Mondsee im Juli und August aufgefĂźhrt. Es handelt sich dabei um die Mundartversion von Franz LĂśser.
Die LĂśser-Fassung wird auch seit 1956 alle drei Jahre in Faistenau am Dorfplatz unter der 1000-jährigen Linde aufgefĂźhrt. Mehr als hundert Laiendarsteller wirken bei der Inszenierung mit, die jeweils am Freitag und Samstag im Juli und Anfang August gespielt wird. Veranstalter ist der Heimatverein âZur Alten Lindeâ. Der besondere Reiz dieser ländlichen Theaterfassung liege, so der ORF, âin der Tradition und Volksnäheâ.cite-ref-13[13]
Das Schauspielensemble am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz fĂźhrt seit 2011 den Jedermann, ausgenommen 2017, jeden Sommer vor der St. Annenkirche auf. Jedermann wird von Nenad Ĺ˝aniÄ gespielt, der bis dato mit 11 Jahren der längstdienende Jedermann-Darsteller ist (2011-2016, 2018-2022).
2014 hat auch Wismar seinen Jedermann bekommen. Das Stßck soll kßnftig alljährlich im Sommer in der Kirche St. Georgen aufgefßhrt werden. Im Grßndungsjahr spielten Sascha Gluth die Titelrolle, Charlotte Sieglin die Buhlschaft, Achim Wolff den Tod und Andreas Conrad den Mammon.cite-ref-14[14] In der Saison 2015 waren in den Hauptrollen erneut Sascha Gluth und Charlotte Sieglin, Andreas Conrad und Robert Glatzeder (Teufel) zu sehen, neu hingegen war Reinhard von Hacht in der Rolle des Tod. Regie fßhrte Holger Mahlich.
2014 spielte der Berliner Schauspieler Claudio Maniscalco den Jedermann bei den Sommerfestspielen der Clingenburg in Klingenberg am Main.cite-ref-15[15]
Am 3. September 2021 fand unter dem Titel frauJEDERmann die Premiere einer Jedermann-AuffĂźhrung an der âGeburtsstätteâ des Textes in Rodaun statt (Wiederaufnahme 2022). Im Schatten der Bergkirche Rodaun hat Hugo von Hofmannsthal in seinem Garten-Salettl immer wieder an dem Text gearbeitet. In Rodaun wurde daher sein Originaltext gespielt. Allerdings ist in der modernen Inszenierung von Regisseur Marcus Marschalek Jedermann im Jahr 2021 Frau Jedermann und die Buhlschaft ein Buhler.cite-ref-16[16]
Im Jahr 2022 fanden in Beelitz zum ersten Mal die Jedermann-Festspiele statt. Unter der Regie von Nicolai Tegeler spielte Julian Weigend die Titelrolle. Tegeler hatte den Jedermann schon in den Jahren davor mehrmals in Potsdam produziert und nun im Rahmen der Landesgartenschau 2022 in Beelitz einen neuen Ort dafĂźr gefunden. Diese Produktion wurde 2024 und 2025 in Berlin, Bayreuth, Regensburg und Weimar gezeigt.cite-ref-17[17]
Auch von einer Reihe weiterer BĂźhnen und Amateurtheatergruppen wird der Jedermann aufgefĂźhrt, zum Teil in Dialektbearbeitungen.
Historische Produktionen
Von 1925 bis 1969 wurde bis auf wenige Ausnahmen Jedermann bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall aufgefßhrt, die bis zum Zweiten Weltkrieg auch Jedermann-Festspiele genannt wurden. Seither wird das Stßck noch in den Jubiläumsjahren der Festspiele gespielt, so zur 850-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2006, mit einer Wiederaufnahme im Folgejahr.cite-ref-18[18] 2019 fand eine Neuinszenierung unter Christian Doll statt, die 2020 wieder aufgenommen wurde.cite-ref-19[19] Im Jahr 2025, dem Jubiläumsjahr der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, ist das Stßck unter der Regie von Philipp Moschitz zu sehen.
Im August 1954 inszenierte Maria Becker Jedermann als FreilichtauffĂźhrung auf dem Kirchplatz St. Peter in ZĂźrich.
In Berlin gab es von 1987 bis 2014 die jährlichen Berliner Jedermann-Festspiele.cite-ref-20[20] Die Inszenierungen leitete Brigitte Grothum, sie Ăźbernahm auch in allen AuffĂźhrungen die Rolle des Glaubens. Spielstätte war zuerst die Kreuzberger SĂźdsternkirche, später die Marienkirche, aber auch die Gethsemanekirche und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. 1993 inszenierte Brigitte Grothum das Mysterienspiel mit Musik von Johann Bach neu. Seither war der Berliner Dom die Spielstätte. Den Jedermann spielten unter anderem Travestiestar Georg PreuĂe alias âMaryâ, Winfried Glatzeder, RĂźdiger Joswig und Francis Fulton-Smith, die Rolle der Buhlschaft Ăźbernahmen Mariella Ahrens (2008), die frĂźhere Eiskunstläuferin Katarina Witt (2009), Eva Habermann (2010), sowie die Fernsehstars Barbara Wussow (2012) und Jeanette Biedermann (2013). Weitere namhafte Darsteller waren Herbert Feuerstein in der Rolle des Teufels, Achim Wolff als Tod oder Ilja Richter als Mammon.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]
Die Jedermann-Inszenierung der Hinterwinkler KulturbĂźhne von Peter Willy Willmann war ab den 1990er Jahren in Ăsterreich und Deutschland an verschiedenen Orten zu sehen, etwa neun Sommer lang im Brunnenhof der MĂźnchner Residenz, 2004 und 2011 bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen in Regensburg, 2005 beim Rheingau Musik Festival und 2007 bei den Mannheimer Schlossfestspielen. Willmann verwendete dabei eine eigene, gestraffte Textversion, spielte die Hauptrolle selbst und konnte zunehmend aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler fĂźr das Projekt gewinnen â wie Christine Neubauer als Buhlschaft und Hanna Schygulla, Lis Verhoeven oder Jutta Speidel als Mutter. Die Stimme Gottes wurde von Otto Sander gesprochen. Gespielt wurde in den historischen KostĂźmen der Salzburger Inszenierung von 1959. Peter Willy Willmann starb 2012.
Von 1994 bis 2018 wurde das StĂźck in einer Fassung von Michael Batz jeden Sommer in Hamburg im âTheater in der Speicherstadtâ aufgefĂźhrt.cite-ref-23[23] Seit 1999 spielt man das StĂźck alljährlich im Burghof der Festung Hohensalzburg,cite-ref-24[24] seit 2001 im Bamberger Dom.
Bearbeitungen des âJedermannâ
⢠Jedermann Zwoa.Null, Theaterstßck von Florian Schmidt, uraufgefßhrt 2018, Neuburg a. D., Neuburger Volkstheater
⢠Frau Jedermann. Eine Inszenierung von Marcus Marschalek und dem Kulturverein Rodauncite-ref-25[25].
⢠Der Mondseer Jedermann von Franz LÜser
⢠Ein Jedermann, Theaterstßck von Felix Mitterer
⢠Jedermanns Fest, aktualisierende Verfilmung von Fritz Lehner
⢠Sechs Monologe aus Jedermann, Lieder des Komponisten Frank Martin
⢠Bßhnenmusik des Komponisten Jean Sibelius
⢠Ene Mene Mu, Theaterstßck von Raoul Biltgen
⢠Jedermann, Lied von Georg Ringsgwandl
⢠Der fränkische Jedermann von Fitzgerald Kusz
⢠Der bayrische Jedermann von Oskar Weber
⢠Der NuĂlocher â Kurpfälzer Jedermann bearbeitet von Peter Nassauer aufgefĂźhrt 2009â2010 im Steinbruch in NuĂloch als FreilichtauffĂźhrung.
⢠Jedermann von Werner Zwarte â frei nach v. Hofmannsthalcite-ref-26[26]
⢠Der hessische Jedermann von Fitzgerald Kusz; vor dem Domcite-ref-27[27]
⢠Mitteldeutscher Jedermann von Bernd Kurt Goetzcite-ref-28[28]
⢠Jedermann â Die Rockoper von Wolfgang BĂśhmer und Peter Lund, DomStufen-Festspiele in Erfurt 2014
⢠Der Petersdorfer Jedermann von Karl Leopold Schubert
⢠Jedermann Reloaded. Performance mit Philipp Hochmair & Die Elektrohand Gottes. Seit 2013 live und 2018 als Studioalbum erschienen.
⢠In Anspielung auf die Titelfigur wurde die deutschsprachige Ăbersetzung des Romans The Salzburg Connection (1968) von Helen MacInnes auch unter dem Titel In Salzburg stirbt nur Jedermann herausgebracht.
⢠Hellmuth Inderwies, Jedermann lebt. Eine fiktive Biographie in fĂźnf Bildern. Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-4184-2. Es handelt sich um ein BĂźhnenstĂźck in 5 Akten in der Tradition des Jedermann-Stoffs auf der Basis der Brechtâschen Theatertheorie mit einer EinfĂźhrung in die Stoffgeschichte.
⢠Der 1958 erschienene, von Gerhard Bronner verfasste und von Helmut Qualtinger gemeinsam mit dem Namenlosen Ensemble interpretierte Jedermann-Kalypso (musikalisch eine Coverversion des damals populären Banana Boat Song) kommentiert satirisch die Vermarktung des Jedermann und unveränderte Auffßhrung.
⢠Der bayerische Liedermacher Georg Ringsgwandl verÜffentlichte auf seinem Album Das Letzte (1986) das Lied Jedermann, das heutige Zeitgenossen beschreibt, die charakterlich der Hofmannsthalschen Figur entsprechen.
⢠Der Tod, ein Lied der Gruppe Erste Allgemeine Verunsicherung aus dem Album Liebe, Tod und Teufel (1987), nimmt ebenfalls auf das Stßck Bezug.
100 Jahre âJedermannâ bei den Salzburger Festspielen
Am 22. August 2020 wurde das Jubiläum mit einem âJedermannâ-Tag und einer abendlichen FestauffĂźhrung mit Tobias Moretti in der Titelrolle gefeiert â wegen der Corona-Pandemie unter strikten Hygienebestimmungen. Ăsterreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und sein deutscher Amtskollege Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier waren zu Gast.cite-ref-29[29]
Siehe auch
Literatur
⢠Max Reinhardt: Regiebuch zu Hugo von Hofmannsthals âJedermannâ. Band I: Faksimile. Hg. vom Salzburger Festspielfonds. Band II: Edition & Kommentare. Hg. von Harald Gschwandtner, Evelyn AnnuĂ, Edda Fuhrich und Norbert Christian Wolf fĂźr den Salzburger Festspielfonds. Hollitzer Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-99012-622-6.
Weblinks
Commons
: Jedermann
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Jedermann bei Zeno.org.
⢠Jedermann im Projekt Gutenberg-DE
⢠Figurenlexikon zu Jedermann von Katharina Meiser im Portal Literaturlexikon online.
⢠Literatur von und ßber Jedermann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-11. â Andreas Thomasberger: Nachwort zu Jedermann. Reclam Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-15-018037-2; S. 81 ff.
cite-note-22. â Spielplanarchiv der Salzburger Festspiele (Memento vom 1. September 2011 im Internet Archive) (Suche nach âJedermannâ ergibt AuffĂźhrungsdaten und Besetzungen seit 1946)
cite-note-jedermann2016-33. â orf.at â Buhlschaft hĂśrt schon wieder auf. Artikel vom 30. August 2016, abgerufen am 30. August 2016.
cite-note-44. â Bernhard Flieher, Hedwig Kainberger: LungenentzĂźndung: Moretti fällt aus, Philipp Hochmair Ăźbernimmt "Jedermann". Salzburger Nachrichten, 8. August 2018, abgerufen am 9. August 2018.
cite-note-k6167317-66. â Salzburger Festspiele: Jedermann und Buhlschaft sagen Adieu. In: Kleine Zeitung. 19. Juli 2022, abgerufen am 19. Juli 2022.
cite-note-77. â Tscheplanowa wird neue Buhlschaft. 13. November 2018, abgerufen am 13. November 2018.
cite-note-88. â Caroline Peters ist die "Jahrhundertbuhlschaft" der Salzburger Festspiele. 7. November 2019, abgerufen am 7. November 2019.
cite-note-99. â Julian Crouch. In: salzburgerfestspiele.at, abgerufen am 6. Juni 2013.
cite-note-1010. â Bernhard Flieher: Der Jedermann muss das Loslassen lernen. In: salzburg.com, 5. Juni 2013, abgerufen am 6. Juni 2013.
cite-note-1111. â Biografie Michael Sturminger. In: Salzburger Festspiele. Salzburger Festspielfonds, August 2021, abgerufen am 7. September 2021.
cite-note-1212. â Jedermann 2024. Salzburger Festspiele, abgerufen am 17. November 2023 (deutsch).
cite-note-1313. â ORF Salzburg: Faistenauer Jedermann feiert 70 Jahre, 6. Juli 2025
cite-note-1414. â Jedermann Festspiele Wismar (Memento des Originals vom 8. August 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jedermann-wismar.de
cite-note-1515. â Clingenburg Festspiele in Klingenberg am Main. Abgerufen am 1. Mai 2025.
cite-note-1616. â Website der Rodauner Jedermann Theaterproduktion frauJEDERmann.at, abgerufen am 25. Juli 2019
cite-note-1717. â Jedermann Theater: Julian Weigend, abgerufen am 6. Juni 2025
cite-note-1818. â Philosophie (Memento des Originals vom 30. November 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.freilichtspiele-hall.de auf der Internetseite der Freilichtspiele Schwäbisch Hall.
cite-note-1919. â Freilichtspiele Schwäbisch Hall: Sommer 2020. Abgerufen am 3. November 2018.
cite-note-2020. â Jedermann-Festspiele in Berlin
cite-note-2121. â TrendJam Magazin: Berliner Jedermann Festspiele 2012 mit Francis Fulton-Smith, Barbara Wussow, Ursula Karusseit und Herbert KĂśfer, 8. Oktober 2012
cite-note-2222. â Berliner Jedermann Festspiele
cite-note-2323. â Der Hamburger Jedermann 1994-2018 (Memento vom 10. April 2019 im Internet Archive)
cite-note-2424. â Jedermann AuffĂźhrung des Vereins Burgspiele im Burghof der Festung Hohensalzburg
cite-note-2525. â Teresa Schaur-WĂźnsch: Der Jedermann kehrt als Frau nach Hause zurĂźck. In: Die Presse. 1. September 2021, abgerufen am 3. September 2021.
cite-note-2626. â AuffĂźhrung am 7. und 8. Mai 2010 in der Neuen Kirche zu Emden [1].
cite-note-2727. â Regie: Wolfgang Kaus â Open Air â [2] â mit Helmut Markwort, Ralf Bauer u. a. â 17â27. Juli 2010
cite-note-2828. â Mitteldeutscher Jedermann
cite-note-2929. â Salzburg feiert 100 Jahre "Jedermann" mit Bundespräsidenten. 22. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.